Bildende Künstler

 

Aron, Adi

(geb. 1927)

 

Motzstr. 56 (heute: Nr. 61)

 

Luise-Zickel-Schule (jüdische Privatschule)

 

Malerin

 

Schülerin der „Zickelschule“. Der Vater verlor als Zahnarzt 1933 die Kassenzulassung.

Die Familie erreichte das Emigrationsziel Shanghai nicht. Sie überlebten die Verfolgung untergetaucht in Italien.

1945 Emigration nach Palästina.

 

 

Heymann-Loebenstein, Margarete (geb. Heymann)

(1899 - 1990)

 

Thüringer Ring 3

 

Keramikerin, Künstlerin

 

Stand als Keramikerin und Designerin der Manufaktur „Haël“ in Velten vor. Sie war früh verwitwet, hatte zwei Söhne. 1934 wurde ihr Betrieb von Heinrich Schild in Verbindung mit Hedwig Bollhagen „arisiert“. 1933 kurzzeitig Flucht nach Dänemark, später Emigration nach Großbritannien, hieß nach erneuter Heirat Marcks.

Laserstein, Lotte

(1898-1993)

 

Stierstr. 19

 

Malerin

 

Studium an der Friedrich-Wilhems-Universität und der Akademischen Hochschule für die bildenden Künste. Bedeutende Vertreterin der gegenständlichen Malerei der „Neuen Sachlichkeit“ in den 1920er Jahren. Ging 1937 ins Exil nach Schweden, hier wirtschaftliches Überleben durch Betätigung als Porträtistin und Landschaftsmalerin. Erst im Alter Anerkennung als freie Künstlerin. In Deutschland wiederentdeckt in den 1990er Jahren durch den Verein „Verborgenes Museum“ mit großer Einzelausstellung 2003 im Berlin Museum/Ephraim Palais. 2010 Ankauf ihres Schlüsselwerks „Nacht über Potsdam“ (1930) durch die Neue Nationalgalerie.

 

Straßenbennung (2007): Lotte-Laserstein-Straße in Schöneberg

Stolperstein (2010): Immenweg 7 in Steglitz für die Mutter Meta Laserstein, geb. Birnbaum

 

Newton, Helmut (vormals: Neustaedter)

(1920 - 2004)

 

Innsbrucker Str. 24

 

Fotograf, Künstler

 

Ausbildung bei der angesehenen Fotografin Yva. 1938 Emigration nach Singapur (Asien).

Internierung 1941 als “enemy alien“ bei Melbourne, Australien, später australischer Staatsbürger. Seit den 1970er Jahren einer der weltweit begehrtesten Mode-, Porträt- und Werbefotografen. 2003 Gründung der Helmut-Newton-Stiftung und Ausbau der Jebensstr. 2 in Berlin zum Museum für Fotografie. Dauerleihgabe von über 1000 Werken an die Stadt Berlin.

 

Grab auf dem Friedhof an der Stubenrauchstraße neben Marlene Dietrich.

 

Gedenktafel: Innsbrucker Str. 24

Sandmann, Gertrude

(1883 - 1981)

 

 

Am Karlsbad 11, Eisenacher Str. 103 (Versteck), Eisenacher Str. 89 (letzte Atelierwohnung)

 

Künstlerin

 

Gertrude Sandmann ist Schülerin von Käthe Kollwitz, seit 1926 Mitglied der GEDOK (Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen). 1942 simulierter Selbstmord, danach Untertauchen in Berlin-Treptow. Nach dem Krieg Weiterarbeit in ihrem Atelier in der Eisenacher Str. 89. 1974 Mitgründerin der „Gruppe L74“ für ältere Lesben, Mitherausgeberin der Zeitschrift „Unsere kleine Zeitung“ (UKZ) und engagiert in der „Neuen Frauenbewegung“.

 

Gedenktafel (2014): Eisenacher Str. 89 am Haus der letzten Atelierwohnung

Sintenis, Renée

(1888−1965)

 

Berchtesgadener Str. 36, Kurfürstenstr. 125, Innsbrucker Str. 23

 

Bildhauerin

 

Aufgewachsen in Neuruppin studierte sie von 1907 bis 1910 an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums. Sie brach ihr Studium ab und wurde Aktmodell von Georg Kolbe. Inspiriert durch die Atmosphäre in seinem Atelier fand sie zu ihrem eigenen künstlerischen Schaffen. 1915 hatte sie den ersten großen Erfolg mit kleinen Tierplastiken und einer Selbstbildnismaske in einer Ausstellung der Neuen Secession.

Ab 1922 präsentierte der Kunsthändler Alfred Flechtheim ihre Werke erfolgreich in seiner Galerie am Lützowufer in Tiergarten und machte sie durch Ausstellungsbeteiligungen, u. a. in New York, London und Stockholm, international bekannt. Ihre kleinformatigen Tierplastiken, die in Auflagen in Bronze oder Silber gegossen wurden, wurden zu ihrem Markenzeichen und entwickelten sich zu begehrten Sammlerobjekten. Zudem erhielt sie höchste Anerkennung für ihre Sportlerfiguren, Portraits und Selbstbildnismasken. Sie galt als eine der Vertreterinnen der Moderne. Mit der Popularität ihres Werkes stieg auch das öffentliche Interesse an ihrer Person. Durch ihre modisch androgyne Erscheinung verkörperte sie den neuen Frauentypus und war eine der meistfotografierten Frauen der Weimarer Zeit. 1931 wurde sie als erste Frau in die Preußische Akademie der Künste im Fach Bildhauerei aufgenommen, 1934 als „nichtarisches“ Mitglied wieder ausgeschlossen. Ihr Ehemann, der Schriftgestalter und Maler Emil Rudolf Weiß, verlor sein Lehramt und starb 1942. Sie lebte bis Kriegsende zurückgezogen in Berlin.Bei einem Brand im Atelierhaus Kurfürstenstraße verlor sie 1945 ihre gesamte Habe und ein Teil ihres Werkes. In dieser Zeit musste ihr ein Finger amputiert werden, was sie jedoch kaum in ihrer Arbeit einschränkte.

Nach 1945 erhielt sie hohe Ehrungen und war wieder in zahlreichen Ausstellungen vertreten. 1948 wurde sie an die Hochschule für Bildende Künste Berlin als Professorin berufen. Ihr „Junger Bär“ von 1932, überarbeitet 1956, wurde zum „Berliner Bär“ und Siegertrophäe der Berlinale (Goldener und Silberner Bär). Vergrößerungen des „Berliner Bären“ stehen seit 1957 an mehreren Stellen an der Autobahn, u. a. am früheren Kontrollpunkt Dreilinden, Berlin-Zehlendorf. Bis zu ihrem Tod lebte und arbeitete sie in der Innsbrucker Str. 23 in Schöneberg.

 

Schulbenennung 1955: Renée-Sintenis-Grundschule, Laurinsteig 39, Berlin-Frohnau

Gedenktafel 1965: Innsbrucker Str. 23, Berlin-Schöneberg

Platzbenennung 1967: Renée-Sintenis-Platz, Berlin-Friedenau, mit Plastik „Großes grasenden Fohlen“