Suche nach Platz-/ Parkbenennung

 

Benjamin, Walter

(1892 - 1940)

 

Kurfürstenstr. 154, Prinzregentenstr. 66 (Wilmersdorf)

 

Philosoph, Autor, Literaturkritiker, Übersetzer

 

Studium u. a. in Bern, um Einberufung zum Militär zu entgehen. Freundschaft und Schriftwechsel u. a. mit T. W. Adorno, G. Scholem, H. Arendt, später mit der Fotografin G. Freund (siehe dort), vor allem auch während der Zeit im Exil in Frankreich von 1933-1940. Nach Inhaftierung und Flucht Suizid an der Grenze zu Spanien (Portbou, dort  künstlerisch gestalteter, begehbarer Gedenkort „Passagen“ von Dani Karavan).

 

Wichtige Schriften: „Passagenwerk“ (1928-29), „Berliner Kindheit“ (1932-38), „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ (1934-39). Die meisten Schriften, Essays und Briefwechsel werden erst posthum herausgegeben (ab 1955 von T. W. Adorno).

 

Gedenktafel: Prinzregentenstr. 66 (Wilmersdorf)

Platzbenennung am Kurfürstendamm

Hermann, Georg (vormals: Georg Borchardt)

(1871 - 1943/44)

Bülowstr. 18

 

Askanisches Gymnasium

Friedrich-Werdersches-Gymnasium

 

Schriftsteller, Autor

 

1896 erster autobiographischer Roman „Spielkinder“, verlegt von Friedrich Fontane. 1896-1899 Studium an der Friedrich-Wilhelms-Universität, arbeitet als Kunstkritiker für den Ullsteinverlag; nimmt den Künstlername „Hermann“ zu Ehren seines Vaters Hermann Borchardt an. 1909 Mitbegründer des Schriftsteller-Schutzverbundes, hier auch Vorstandsmitglied. Zahlreiche sehr erfolgreiche Romane, u. a. „Jettchen Geberts Geschichte“, „Der Kleine Gast“ und „Rosenemil“. 1933 Flucht ins Exil in die Niederlande, 1939 Einbürgerung in die Niederlande, Antrag auf Staatsbürgerschaft in Paraguay, die 1942 bewilligt wird. Am 16.11.1943 Deportation nach Auschwitz, wo er ermordet wird.

 

Gedenktafel: Kreuznacher Str. 28

Parkbenennung: Georg-Hermann-Garten mit Gedenkstein in Friedenau (Goßlerstr. 24-25)

Hiller, Kurt

 (1885 - 1972)

 

Nollendorfstr. 34, Hähnelstr. 9

 

Schriftsteller, promovierter Jurist, Journalist

 

Gründungsmitglied verschiedener literarischer Clubs und Cabarets („Neopathetisches Cabaret“), Sexualstrafrechtsreformer mit Magnus Hirschfeld (Abschaffung § 175)  und mit Helene Stöcker (u. a. Abschaffung des § 218). Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft und 1926 der Gruppe revolutionärer Pazifisten. Mitarbeiter der „Weltbühne“. 1933 Folter im KZ Columbiahaus, danach KZ Brandenburg und KZ Oranienburg. Flucht 1938 nach Großbritannien. 1955 Rückkehr nach Deutschland (Hamburg).

 

Gedenktafel (1990): Hähnelstr. 9

 

Parkbenennung (2000): Kurt-Hiller-Park in der Grunewaldstr. 5 mit Brandwandgestaltung im Hintergrund

 

Gründung der Kurt Hiller Gesellschaft 1998 in Hamburg

Sintenis, Renée

(1888−1965)

 

Berchtesgadener Str. 36, Kurfürstenstr. 125, Innsbrucker Str. 23

 

Bildhauerin

 

Aufgewachsen in Neuruppin studierte sie von 1907 bis 1910 an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums. Sie brach ihr Studium ab und wurde Aktmodell von Georg Kolbe. Inspiriert durch die Atmosphäre in seinem Atelier fand sie zu ihrem eigenen künstlerischen Schaffen. 1915 hatte sie den ersten großen Erfolg mit kleinen Tierplastiken und einer Selbstbildnismaske in einer Ausstellung der Neuen Secession.

Ab 1922 präsentierte der Kunsthändler Alfred Flechtheim ihre Werke erfolgreich in seiner Galerie am Lützowufer in Tiergarten und machte sie durch Ausstellungsbeteiligungen, u. a. in New York, London und Stockholm, international bekannt. Ihre kleinformatigen Tierplastiken, die in Auflagen in Bronze oder Silber gegossen wurden, wurden zu ihrem Markenzeichen und entwickelten sich zu begehrten Sammlerobjekten. Zudem erhielt sie höchste Anerkennung für ihre Sportlerfiguren, Portraits und Selbstbildnismasken. Sie galt als eine der Vertreterinnen der Moderne. Mit der Popularität ihres Werkes stieg auch das öffentliche Interesse an ihrer Person. Durch ihre modisch androgyne Erscheinung verkörperte sie den neuen Frauentypus und war eine der meistfotografierten Frauen der Weimarer Zeit. 1931 wurde sie als erste Frau in die Preußische Akademie der Künste im Fach Bildhauerei aufgenommen, 1934 als „nichtarisches“ Mitglied wieder ausgeschlossen. Ihr Ehemann, der Schriftgestalter und Maler Emil Rudolf Weiß, verlor sein Lehramt und starb 1942. Sie lebte bis Kriegsende zurückgezogen in Berlin.Bei einem Brand im Atelierhaus Kurfürstenstraße verlor sie 1945 ihre gesamte Habe und ein Teil ihres Werkes. In dieser Zeit musste ihr ein Finger amputiert werden, was sie jedoch kaum in ihrer Arbeit einschränkte.

Nach 1945 erhielt sie hohe Ehrungen und war wieder in zahlreichen Ausstellungen vertreten. 1948 wurde sie an die Hochschule für Bildende Künste Berlin als Professorin berufen. Ihr „Junger Bär“ von 1932, überarbeitet 1956, wurde zum „Berliner Bär“ und Siegertrophäe der Berlinale (Goldener und Silberner Bär). Vergrößerungen des „Berliner Bären“ stehen seit 1957 an mehreren Stellen an der Autobahn, u. a. am früheren Kontrollpunkt Dreilinden, Berlin-Zehlendorf. Bis zu ihrem Tod lebte und arbeitete sie in der Innsbrucker Str. 23 in Schöneberg.

 

Schulbenennung 1955: Renée-Sintenis-Grundschule, Laurinsteig 39, Berlin-Frohnau

Gedenktafel 1965: Innsbrucker Str. 23, Berlin-Schöneberg

Platzbenennung 1967: Renée-Sintenis-Platz, Berlin-Friedenau, mit Plastik „Großes grasenden Fohlen“