Pressemitteilung

für das Rahmenprogramm II 2017

 

Ankündigung und Einladung

 

15. Juni 2017  19:00 Uhr

Rathaus Schöneberg, Goldener Saal

Dr. Gesine Bey

Kinderwege ins Exil (1933–1945)

Vortrag mit Film

Moderation: Dr. Simone Ladwig-Winters

 

Jüdische Kinder waren von der Machtübernahme der Nationalsozialisten auf besondere Weise betroffen. Sie wurden aus dem öffentlichen Leben weitgehend ausgegrenzt und aus den regulären Schulen ausgeschlossen. Sie flohen mit der Familie ins Exil oder wurden allein in ein rettendes Gastland geschickt. Etwa 20 Schulen und Internate allein für deutsche Exilkinder entstanden in Europa und in Übersee. Auf Grund ihrer bekannten antifaschisti-schen Einstellung mussten viele Künstler jüdischer Herkunft im Frühjahr 1933 sofort mit ihren Söhnen und Töchtern ins Ausland gehen.

Dr. Gesine Bey, Kuratorin der Ausstellung KINDER IM EXIL in der Akademie der Künste im Jahr 2016, stellt Momente aus den Lebenswegen einiger ehemaliger Künstlerkinder vor, die einen Bezug zu Schöneberg-Tempelhof und zum bayerischen Viertel haben oder auf andere Weise mit dem Bezirk verbunden sind. Auf ihre Kindheit und Jugend folgte in der Regel nicht die Heimkehr, sondern das Leben in dem Land, in dem sie wichtige Jahre ihrer Jugend und ihres Studiums verbracht haben: Judith Kerr, Jesaja Lewin, Walter Levin, Pierre Radvanyi und Ursula Mamlok. Diese ehemaligen Berliner Kinder sind im Gastland bedeutende Wissen-schaftler oder Künstler geworden.

KINDER IM EXIL, eine Ausstellung, die seitdem als Wanderausstellung an mehreren anderen Orten gezeigt wurde, ist ein Projekt des Bereichs KUNSTWELTEN und des Archivs der Akademie der Künste. Mit dem Projekt sind viele Schülerwerkstätten mit Berliner und Brandenburger Schülern verbunden, ebenfalls mit Willkommensklassen heutiger junger Flüchtlinge. Daher wird ein kurzer Film gezeigt, den Grundschüler in einer Filmwerkstatt mit dem Regisseur Marcel Neudeck 2016 gedreht haben: A Gang of 15. Eine Detektivgeschichte über Kinderbücher aus der Nachlassbibliothek von Heinrich Mann.

 

Jahresthema „Flüchtige Kindheit“ 

Unter dem Titel „Flüchtige Kindheit“ widmet sich das Rahmenprogramm der Ausstellung „WIR WAREN NACHBARN − Biografien jüdischer Zeitzeugen“ mit seinem Jahresschwerpunkt 2017 dem Thema der Kindheit unter den Bedingungen von Verfolgung, Flucht und Exil. Dabei wird in den verschiedenen Veranstaltungen sowohl der historische Bezug hergestellt, als auch die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen sowie die pädagogische und psychologische Seite beleuchtet.

Nähere Informationen: (030) 90277-2838,  Ansprechpartnerin: Regina Szepansky

Download des Einladungsflyers

Flyer Rahmen_Programm_II 15-6-17.pdf (170,9 KiB)