Emigration / Exil Shanghai

 

Eisfelder, Horst

(geb. 1925)

 

Kufsteiner Str. 3,  Freisinger Str. 4

 

Lehre als Fotograf, später Versicherungswesen

 

Emigration mit den Eltern nach Shanghai. Wie seine Eltern berufliche Integration in Shanghai und Offenheit für die neue Umgebung und den Erwerb der schweren Landessprache. Eisfelder dokumentiert diese Lebenswelt mit eindrucksvollen und historisch interessanten Fotos. Beginn lebenslanger Freundschaften mit anderen Exilanten (z. B. mit Schulfreund H. M. Blumenthal, später amerikanischer Finanzminister, bis 2014 Direktor des Jüdischen Museums in Berlin). 1947 Auswanderung der Familie nach Australien, wo er heute lebt.

 

Autobiographie mit Fotos: „Exil in China. Meine Jahre in Shanghai und Nanking“ (2009).

Newton, Helmut (vormals: Neustaedter)

(1920 - 2004)

 

Innsbrucker Str. 24

 

Fotograf, Künstler

 

Ausbildung bei der angesehenen Fotografin Yva. 1938 Emigration nach Singapur (Asien).

Internierung 1941 als “enemy alien“ bei Melbourne, Australien, später australischer Staatsbürger. Seit den 1970er Jahren einer der weltweit begehrtesten Mode-, Porträt- und Werbefotografen. 2003 Gründung der Helmut-Newton-Stiftung und Ausbau der Jebensstr. 2 in Berlin zum Museum für Fotografie. Dauerleihgabe von über 1000 Werken an die Stadt Berlin.

 

Grab auf dem Friedhof an der Stubenrauchstraße neben Marlene Dietrich.

 

Gedenktafel: Innsbrucker Str. 24

Riesenburger, Familie

Stierstr. 22 und 21

 

Ruben R. (1873-1944) war hoch dekorierter Pilot im Ersten Weltkrieg, Deportation nach Theresienstadt. Minna R. (1862-1943) hatte einen Tabakladen in der Stierstr. 22, auch sie wurde nach Theresienstadt deportiert. Betty R. (geb. 1904) gelang 1939 die Emigration nach Shanghai, von dort 1947 in die USA. Ihr Sohn Robert Cohn (geb.1947) ist der Verfasser eines Familienerinnerungsbuches „Against all Odds“ und Initiator weiterer Stolpersteine in der Stierstraße zusammen mit der dortigen Stolperstein-Initiative.

 

Stolpersteine (2009): Stierstr. 21 für Ruben und Minna Riesenburger  

Silberberg, Werner (heute: Warner Bergh)

(geb. 1923)

 

Babelsberg Str. 1

 

Werner-Siemens-Realgymnasium  (heute: Georg-von-Giesche Oberschule)

Hohenzollern-Gymnasium

 

Spielte in einem jüdischen Fußballverein als Torwart. Konnte mit seinem Vater und seiner Stiefmutter nach Shanghai ins Exil gehen, nach Kriegsende Einwanderung in die USA. Heiratete eine deutsche Emigrantin, mit der er zwei Töchter hat, war beruflich im Handel tätig.

Witting, Heinz Peter

(geb. 1928)

 

Rosenheimer Str. 5

 

Jüdische Schule in der Joachimsthaler Str. 13

 

Der Vater Georg (1902- 1966) war  bis 1936 Nationalökonom in Gleiwitz, zurück in Berlin sattelt er um auf chemische Reinigung. Die Mutter Annie Felicitas W. (1904- 1971), gelernte Buchhändlerin, arbeitet als Hutmacherin. Die Familie flüchtet mit dem Sohn Heinz Peter ins Exil nach Shanghai. Erhalten sind zahlreiche Briefe der Mutter an Freunde von 1936 bis 1947 aus Shanghai, später aus Australien.