USA

 

 

Angress, Werner T.

(1920 - 2010)

 

Rosenheimer Str. 31

 

Historiker, Wissenschaftler

 

 

Emigration 1937 nach Großbritannien, von dort 1938 in die Niederlande und 1939 in die USA.1941-1945 in der US-Army („Ritchie Boys“). Danach Studium und Lehrtätigkeit als Professor für europäische und deutsche Geschichte in den USA, zeitweilig mit Ruth Klüger verheiratet. 1988 Rückkehr nach Berlin (West).

 

 

Ball, Fritz & Ball-Kaduri, Kurt Jacob

 

(1893 - 1968)     (1891 - 1976)

 

Viktoria-Luise-Platz 1 (Anwaltskanzlei)

 

Rechtsanwälte

 

 

1933 Verhaftung der beiden Brüder in ihrer Kanzlei (detaillierte Beschreibung  des Verhörs im “wilden KZ“ Papestraße), für beide 1933 Entzug der Rechtsanwaltszulassung, Hinwendung zum Zionismus (Kurt). 1938 Deportation ins KZ Sachsenhausen, Freilassung und Emigration in die USA (Fritz) bzw. nach Palästina (Kurt),

Mitinitiator der Gedenkstätte Yad Vashem.

 

Berent, Margarete

(1887 - 1965)  

 

Goltzstr. 34 (Anwaltskanzlei)

 

Rechtsanwältin

 

1925 als erste Rechtsanwältin in Preußen zugelassen. 1914 Promotion; ihre Dissertation diente 1958 als Grundlage für die Umgestaltung des ehelichen Güter- und Erbrechts.

Bis 1933 Rechtsberatungssendungen beim Radiosender Königs Wusterhausen.

1939 Exil über Chile nach New York, USA. Erneutes Studium, danach als Juristin tätig.

 

Gedenktafel (2002) vom Deutschen Juristinnenbund und Bet Debora, Goltzstr. 34

 

 

Berliner, Gert

(geb.1924)

 

Winterfeldstr. 25

 

Maler und Fotograf

 

Kam 1939 mit einem Kindertransport nach Schweden und lebt heute in den USA.

Deportation der Eltern Paul und Lotte Berliner 1943 nach Auschwitz.

 

Nach dem Krieg häufige Besuche in Berlin.

Blumenthal-Weiss, Ilse

(1899 - 1987)

 

Bamberger Str. 40

 

Lyrikerin

 

Briefwechsel u. a. mit Rainer Maria Rilke. 1937 Emigration in die Niederlande, von dort aus Internierung in Westerbork 1943 und Deportation 1944 nach Theresienstadt. Überlebt mit der Tochter (s. Mirjam Merzbacher) und wandert mit ihr 1947 in die USA aus. In ihrem Gedichtsband „Ohnesarg“ von 1984 verarbeitet sie ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Holocaust.

Cohn, Marianne

(1922 - 1944)

 

Wulfila Ufer 52

 

Kinderfürsorgerin

 

Leistet Hilfe zur Flucht für jüdische Kinder. Zionistin. Familiäre Bande zu Walter Benjamin. 1934 Emigration nach Spanien, 1936 nach Frankreich, 1937-1938 Übersiedlung in die Schweiz. 1938 Rückkehr nach Frankreich, Widerstandskämpferin (französische Résistance). 1940-1942 mehrmals Inhaftierung des Vaters, 1942 geht die Familie unter falschem Namen in den Untergrund. 1944 Verhaftung von Marianne Cohn durch die Gestapo, am 8. Juli 1944 Hinrichtung in Ville-la-Grande.

Nach 1945 vielfach in Frankreich, Israel und Deutschland geehrt (Auswahl):

- 7.11.1945: Militärregierung Lyon verleiht ihr posthum das Kriegskreuz mit silbernem Stern

- 1956 Ville-la-Grande: Straßenbenennung nach Marianne Cohn und Einweihung eines Denkmals für sie und andere am selben Tag hingerichtete Widerstandskämpfer

-1982 eröffnet  François Mitterrand zu Ehren von Marianne Cohn einen Garten in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

 

- 1984 Eröffnung der Marianne-Cohn-Schule in Berlin-Tempelhof

- Stolperstein (2007): Wulfila Ufer 52, Tempelhof

 

Einstein, Albert

(1879 - 1955)

 

Haberlandstr. 5 (heute: Nr. 8, zwischenzeitlich: Nördlinger Str. 8)

 

Physiker, Wissenschaftler

 

Verbrachte Kindheit und Jugend in Ulm, München, Mailand und Zürich, zahlreiche Wechsel und Abbrüche der Schulausbildung. Berühmt geworden mit seiner Relativitätstheorie (1905). Seit 1913 Mitglied der „Preußischen Akademie der Wissenschaften“, Berlin. Erhielt 1922 den Nobelpreis für Physik. Bei Machtantritt Hitlers auf Auslandsreise, emigrierte er 1933 als Jude und bekennender Pazifist sofort in die USA, kehrte nie wieder nach Deutschland zurück.

 

Gedenkstein und Gedenkstele (2013), Haberlandstr. 8

Freudenfels, Familie

Hilbertstr.1

Handel

Henriette Freudenfels, geb. Silbermann (1883-Jan.1938), Richard Freudenfels (1879-1941), Textilwarenhandel in Marienfelde u. Lichtenrade. Soldat im Ersten  Weltkrieg, bekam “Eisernes Kreuz” verliehen, Mitglied der Herder-Loge.

Tochter Charlotte (geb. 1910), Emigration 1933 nach Palästina, 1954 in die USA. Sohn Herbert (1913-1976), Emigration 1934 nach Palästina, 1954 in die USA.

Heirat Richard Freudenfels mit Dorothea Silbermann (1882-1941), Schwester v. Henriette, im Okt.1938; vergebliche Bemühungen, die Einreisebedingungen versch. Exilländer zu erfüllen. 27.11.1941 Deportation nach Riga, wo sie am 30.11.41 ermordet wurden.

 

Stolperstein: Hilbertstr.1-2, Berlin-Lichtenrade

Frolich, Marion (geb. Falk)

(geb. 1928)

 

Aschaffenburger Straße

 

4. Volksschule der Jüdische Gemeinde in der Synagoge Prinzregentenstraße

 

Als blondes Baby Modell für eine vielgenutzte Metall-Reklametafel der Firma Fissan. Musste als Schülerin ihre Identität auf dieser Tafel, die auch nach 1933 noch verwendet wird, als „Nichtarierin“ verbergen. Die 4. Volksschule wird 1938 in der Novemberpogromnacht Opfer der Flammen. 1938 zu Fuß zusammen mit ihren Eltern ins belgische Exil, 1939 Emigration in die USA.

 

Fromm, Erich

(1900 - 1980)

 

Bayerischer Platz 1 (Praxis), Salzburger Str. (Wohnung)

 

Sozialpsychologe, Psychotherapeut, Wissenschaftler

 

Aufgewachsen in einer streng gläubigen Familie. Studium der Soziologie in Heidelberg. Ende der 1920er Jahre Ausbildung zum Psychoanalytiker am Berliner Psychoanalytischen Institut. Ab 1930 Leiter der Abteilung Sozialpsychologie am Frankfurter Institut für Sozialforschung. Nach der Brandmarkung der Psychoanalyse als „jüdische Wissenschaft“ ging Fromm 1933 in die Emigration, erst in die Schweiz, 1934 dann in die USA, wo er u. a. an der Columbia University in New York tätig war. 1950 zog er nach Mexiko und 1973 in die Schweiz. Veröffentliche zahlreiche, teils sehr populäre Bücher, u. a. „Die Kunst des Liebens“ (1956).

Jacobsohn, Moritz

(1880 – 1961)

 

Bismarckstr. 33 (heute: Belßstr. 1), Tempelhof

 

Arzt

 

Moritz Jacobsohn war Reichsbahnarzt, Werksarzt bei Daimler-Benz, praktizierte aber auch als Hausarzt.

„Der liebe Gott von Marienfelde“ wurde von simulierten Kranken zu Hausbesuchen gelockt und mit Kot beworfen. Heimlich gingen selbst Nazis zu ihm. Ging ins Exil über Großbritannien und Kuba in die USA, wo Quäker ihm eine Professur ermöglichten. Mit 60 Jahren erlangte er in New York die Möglichkeit zu praktizieren durch ein weiteres Examen zurück.

 

Gedenkstein (1990): Marienfelder Allee, Ecke Belßstraße in Tempelhof

Straßenbenennung (1991): Dr.-Jacobsohn-Promenade in Tempelhof

 

Jacoby, Hellmut Erich

(1903 - 1978)

 

Wartburgstr. 19

 

Rechtsanwalt

 

Syndikus der Eisenbahner-Gewerkschaft, 1933 Emigration nach Dänemark. Flucht durch viele Länder, ab 1940 auf den Philippinen (Asien). Lebte später in den USA, dann im Auftrag der UNO in Italien tätig, nimmt die schwedische Staatsbürgerschaft an.

 

Mit seiner Frau, einer Dänin, hatte er eine Tochter, die später Botschafterin Schwedens in Deutschland und Italien wurde.

Joseph, Otto

(geb. 1920)

 

Burggrafenstr. 18

 

Werner-Siemens-Realgymnasium (heute: Georg-von-Giesche Oberschule)

 

Mutter hatte Kunstgeschichte an der Berliner Universität studiert; Vater war Chefarzt der Kinderabteilung im Weddinger Krankenhaus und besaß daneben eine eigene Praxis.

Die Familie lebte nicht koscher, besuchte die Synagoge nur an den hohen Feiertagen.

Emigration am 1.9.1933 nach Florenz, später über Paris nach Brasilien und schließlich in die USA. Begann 1941 in Brasilien die Ausbildung zum Kaufmann bei einem Zweigbetrieb der deutschen Böhler AG. Arbeitete in den USA als Prokurist in einer Stahlfabrik, gründete eine eigene Firma für Stahlmetalle.

Kaléko, Mascha

 

(1907-1975)

 

Hohenzollernkorso 68 (Neu-Tempelhof), heute: Manfred-von-Richthofen-Straße; Bleibtreustraße 10-11 (Charlottenburg)

 

Dichterin, Schriftstellerin

 

Mascha Kaléko, 1907 in Galizien geboren, wurde um 1930 in Berlin mit heiter-melancholischen Großstadt-Gedichten bekannt. 1933 erschien der erste Gedichtband „Das lyrische Stenogrammheft“, 1934 der zweite „Kleines Lesebuch für Große“. Besuch der Kunst- und Kunstgewerbeschule Reimann in Schöneberg. 1938 Emigration nach  New York. Ihre Exil-Gedichte publizierte sie 1945 in dem Band „Verse für Zeitgenossen“. 1956 besuchte Mascha Kaléko zum ersten Mal seit ihrer Emigration wieder Deutschland und Berlin.
1959 zog sie mit ihrem Mann, dem Komponisten Chemjo Vinaver, nach Israel. Am 11. Oktober 1968 las sie in der Theodor-Heuss-Bibliothek in Berlin-Schöneberg. Die erfolgreichste deutschsprachige Lyrikerin des 20. Jahrhunderts starb 1975 in Zürich.

 

 

Gedenktafel: Bleibtreustraße 10/11 in Charlottenburg

Mascha-Kaléko-Weg in Berlin-Kladow

Lasker, Emanuel

 

(1868 - 1941)

 

Aschaffenburger Str. 6 a

 

Philosoph, Mathematiker

 

Galt als „Philosoph am Schachbrett“, war promovierter Mathematiker und von 1894 bis 1921 Schachweltmeister. War der Schwager von Else Lasker-Schüler. Ging 1933 ins Exil in die Niederlande, 1934 nach Großbritannien, 1935 in die Sowjetunion. Dort arbeitete er als Mathematiker, musste aber 1937 im Zuge der stalinistischen „Säuberungen“ fliehen und ging schließlich in die USA. 1938 wurde er aus Deutschland ausgebürgert. Lasker starb fast mittellos in den USA.

2001 Gründung der Emanuel Lasker Gesellschaft zu seinem 60. Todesjahr  

 

Mosse, Georg

(1918 - 1999)

 

Maaßenstr. 28

 

Historiker, Wissenschaftler

 

Sohn des Verlegers Hans Lachmann-Mosse. 1933 Enteignung und Flucht der sehr wohlhabenden assimilierten Familie in die Schweiz. Weitere Emigrationsländer: Frankreich, Großbritannien, schließlich 1939 USA, wo er sich als Historiker mit den Themen Masse, Nationalsozialismus und Sexualität auseinandersetzte; zahlreiche Publikationen.

 

„Das Exil hat mich mit Energie erfüllt und herausgefordert wie nichts zuvor.“

 

Mühsam, Familie

Motzstr. 5, Kurfürstenstr. 115*

 

 

Dr. Wilhelm Mühsam (1874- 1939) war ein berühmter Augenarzt, sein Sohn Heinrich (1900- 1944) war Journalist, er wurde in Auschwitz ermordet, die Mutter Paula (1876-1943) wurde in Theresienstadt ebenfalls ermordet. Gerettet wurden Louise (geb. 1903), die 1938 ins Exil nach Australien ging und Rudolf (1906-1994), der 1937 in die USA emigrierte.

 

Gedenktafel: Vor dem Haus Kurfürstenstr. 115 (an der Bushaltestelle), erinnert an das Vereinshaus des jüdischen Brüdervereins (ab 1939 vom „Judenreferat der Gestapo“ unter Leitung von Adolf Eichmann genutzt)

Neumann, Camilla (geb. Seliger)

(1892-1965)

 

Heilbronner Str. 26

 

Krankenschwester

 

Tochter Ursula (später Susan) emigriert als Lehr-Krankenschwester 1938 nach Großbritannien, später in die USA. 1941 Zwangsarbeit von Ludwig und Camilla Neumann. Nach der „Fabrikaktion“ 1943 Deportation von Ludwig Neumann nach Auschwitz. Camilla Neumann geht daraufhin 1943-1945 in die Illegalität und wird von verschiedenen Personen in Berlin versteckt. 1946 „Erlebnisbericht aus der Hitlerzeit“, 1949 Auswanderung in die USA.

 

Ihr früher Erlebnisbericht (1946) wurde in Auszügen in „Orte des Erinnerns Band II, Jüdisches Alltagsleben im Bayerischen Viertel“, Hg. Kunstamt Schöneberg, 1999 (2. Auflage) veröffentlicht.

 

Pinthus, Kurt

(1886 - 1975)

 

Heilbronner Str. 2

 

Essayist, Kritiker, Herausgeber

 

 

War Dramaturg bei Max Reinhardt am Deutschen Theater. Sein 1914 herausgegebenes „Kinobuch“ ist die erste Sammlung zu Literatur und Film, seine 1920 herausgegebene  „Menschheitsdämmerung“ die berühmteste Anthologie expressionistischer Lyrik. Bereits 1933 steht er auf der ersten Liste verbotener Autoren. Emigration 1937 in die USA.

Nach dem Krieg 1966 Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und Rückkehr nach Marbach. 1971 stiftet er dem dortigen Literaturarchiv seine kostbare Bibliothek.

 

Gedenktafel (1992): Heilbronner Str. 2

Plattring, Familie

Kirchstr. 84, Tempelhof

 

 

Kaufleute und Modezeichnerin

 

 

Naftalin Plattring (1878-1942) aus Ostgalizien heiratet 1897 Antonie (Toni) Sommer aus Czernowitz (1883-1942). Er hat die philippinische Staatsangehörigkeit und ist auf der Insel Cebu als Perlenhändler tätig. 1922 Umzug der Familie nach Berlin-Marienfelde, Aufbau der Firma Stern Verschlüsse GmbH in der Potsdamer Str. 61. Die Söhne Friedrich (1902-1956) und Adolf Marcus (1904-1973) arbeiten als Buchhalter in der väterlichen Firma. Friedrich emigriert als Frederick 1937 in die USA und lebt als Kürschner in New York City. Auch Adolf Markus emigriert 1937 in die USA. Tochter Fanny Luise (geb. 1911) wird Krankenschwester und geht nach Uruguay. Flora (1913-1966) besucht die Modezeichnerinnenklasse des Lette-Vereins. Jeannette (geb.1915)  emigriert 1939 nach Argentinien, lebt später auch in den USA. Die Eltern Naftalin und Toni Plattring werden 1942 nach Riga deportiert, wo sich ihre Spur verliert.

 

Stolpersteine (2011): Kirchstr. 84 für Naftalin und Antonie Plattring

 

Popper, Stephanie

(geb. 1924)

 

Nymphenburger Str. 3

 

Luise-Zickel-Schule (jüdische Privatschule)

 

Von den Eltern, die in Schlesien eine Essig- und Senffabrik besaßen, nach Berlin geschickt, besuchte sie die „Zickel-Schule“. Sie erlebt die Pogromnacht in Berlin. Ihr Bruder Max kann vorher noch nach Palästina auswandern.1939 flieht sie mit den Eltern nach Santo Domingo, dann Emigration in die USA.

Riesenburger, Familie

Stierstr. 22 und 21

 

Ruben R. (1873-1944) war hoch dekorierter Pilot im Ersten Weltkrieg, Deportation nach Theresienstadt. Minna R. (1862-1943) hatte einen Tabakladen in der Stierstr. 22, auch sie wurde nach Theresienstadt deportiert. Betty R. (geb. 1904) gelang 1939 die Emigration nach Shanghai, von dort 1947 in die USA. Ihr Sohn Robert Cohn (geb.1947) ist der Verfasser eines Familienerinnerungsbuches „Against all Odds“ und Initiator weiterer Stolpersteine in der Stierstraße zusammen mit der dortigen Stolperstein-Initiative.

 

Stolpersteine (2009): Stierstr. 21 für Ruben und Minna Riesenburger  

Salomon, Alice

(1872 - 1948)

 

Luitpoldstr. 27 (heute: Nr. 20)

 

Sozialarbeiterin, Pädagogin, Frauenrechtlerin

 

Aktivistin der ersten Frauenbewegung, Studium an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin, Promotion. Gründete 1908 die Soziale Frauenschule und 1925 in den Räumen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses die Deutsche Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit, mit der sie sich um die Professionalisierung der fürsorgerischen Arbeit (Sozialarbeit) bemühte. 1914 Übertritt zum evangelischen Glauben. 1932 Ehrendoktorwürde. 1937 Emigration in die USA. 1939 Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft sowie ihrer Doktortitel.

 

Gedenktafeln: Karl-Schrader-Str. 7-8 (Pestalozzi-Fröbel-Haus, Haus 3), Alice-Salomon-Platz 5, Berlin-Hellersdorf (2008)

 

Die Alice-Salomon-Hochschule trägt ihren Namen. Das Alice-Salomon-Archiv befindet sich in ihrer ehemaligen Wirkungsstätte (Pestalozzi-Fröbel-Haus, Karl-Schrader-Str. 7-8).

 

Schurrer, Steffi, geb. Cohn

(geb. 1921)

 

Landshuter Str. 35

 

12./13. Volksschule (heute Scharmützelsee-Grundschule), St. Franziskus-Oberlyzeum

(heute Katholische Schule St. Franziskus) und Jüdische Schule Große Hamburger Straße

 

Kaufmännische Angestellte

 

Sie beginnt 1936 eine kaufmännische Ausbildung.1939 Emigration nach England. Schwester Ruth gelangt mit einem der letzten Kindertransporte nach Großbritannien, wo beide ihre späteren Ehemänner kennenlernen. Die Eltern werden 1942 nach  Trawniki deportiert. Steffi emigriert später in die USA.

 

Stolpersteine (2012) für Frieda und Werner Cohn, Landshuter Str. 35

 

Silberberg, Werner (heute: Warner Bergh)

(geb. 1923)

 

Babelsberg Str. 1

 

Werner-Siemens-Realgymnasium  (heute: Georg-von-Giesche Oberschule)

Hohenzollern-Gymnasium

 

Spielte in einem jüdischen Fußballverein als Torwart. Konnte mit seinem Vater und seiner Stiefmutter nach Shanghai ins Exil gehen, nach Kriegsende Einwanderung in die USA. Heiratete eine deutsche Emigrantin, mit der er zwei Töchter hat, war beruflich im Handel tätig.

Stern, Hellmut

(geb. 1928)

 

Grunewaldstr. 25, Laubacher Str. 16

 

Musiker

 

Erhielt 1937 als musikbegabtestes Kind der Schule eine Geige und Geigenunterricht, von da an kontinuierliche musikalische Weiterentwicklung.

1938 Emigration in die Mandschurei/China (Asien), 1949 nach Palästina, 1956 in die USA,

1961 Rückkehr nach Berlin, Aufnahme als erster Geiger bei den Berliner Philharmonikern unter Herbert v. Karajan.

 

Seit 1994 pensioniert und als Zeitzeuge aktiv.

Szonyi, Lilly (geb. Wolffers)

(geb. 1924)

 

Kufsteiner Str. 19

 

Psychotherapeutin

 

Die fünfköpfige Familie Wolffers hatte Schweizer Pässe, die Mutter war deutscher Herkunft. Die Familie zog 1927 von St. Gallen nach Berlin, 1936 nach Schöneberg. Sie konnte Verwandten, die sie wirtschaftlich unterstützt hatten, auch längere Zeit Schutz in ihrer sicheren Wohnung bieten. Ausreise nach Zürich vor Kriegsbeginn. Lilly und Ehemann gingen später über Kanada in die USA.

Wilder, Billy

(1906 - 2002)

 

Viktoria-Luise-Platz 11

 

Filmregisseur, Drehbuchautor

 

Aufgewachsen in Krakau und Wien, lebte seit 1926 in Berlin, Arbeit als Publizist und Drehbuchautor. 1934 Emigration in die USA, 1939 amerikanischer Staatsbürger, eine Tochter, ein Sohn. Schrieb bald auf Englisch Drehbücher, Regisseur bekannter Filme, wie „Manche mögen’s heiß“. Betätigte sich auch als Filmproduzent, mehrfacher Oscarpreisträger; Zusammenarbeit u. a. mit Alfred Hitchcock, Ernst Lubitsch, Marilyn Monroe, Jack Lemmon.

 

Gedenktafel (1993) Viktoria-Luise-platz 11

Winters, Steffi (geb. Steinberg)

1924 - 2016

 

Bamberger Str. 28

 

Luise-Zickel-Schule

 

Die dreiköpfige Familie entschloss sich 1938 zur Emigration nach Italien. 1940 wurde der Vater, Arthur Steinberg, aus Turin ausgewiesen. Mutter und Tochter wurden in ein Dorf in den Abbruzzen abgeschoben, 1940 Tod des Vaters. Mutter und Tochter fliehen 1943 nach Bari in ein Flüchtlingslager. 1944 Emigration in die USA, Heirat, zwei Söhne.

Zuckmayer, Carl

(1896 - 1977)

 

Fritz-Elsas-Str.18 (vormals: Am Park 18)

 

Dramatiker, Theaterautor

 

Studium der Rechtswissenschaften, Promotion. Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg. Autor sehr erfolgreicher Dramen, u. a. „Der fröhliche Weinberg“ (1925) und „Der Hauptmann von Köpenick“ (1931). Aufführungsverbot 1933, zieht sich daraufhin nach Österreich zurück. 1938 Exil über die Schweiz in die USA. Nachkriegserfolg: „Des Teufels General“ (1946). Geht 1957 in die Schweiz und wird 1966 Schweizer Staatsbürger.

 

Großer Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (1955)

 

Gedenktafel: Fritz-Elsas-Str. 18